KZV Geschichte 2014-2019

KZV Geschichte 2014-2019 Bissingen-Teck

Teil 8 der KZV Geschichte 2014-2019:

Aus Modulen wird ein Vereinsheim

2014 wurde aus der langen Suche des KZV etwas Sichtbares. Der Verein kaufte sehr günstig ein Vereinsheim in Modulbauweise. Die Gemeinde genehmigte das Vorhaben, Ende Juni wurden die Container von Gerhausen nach Bissingen transportiert.

Damit begann ein neuer Abschnitt der Vereinsgeschichte. Nach Jahren der Standortsuche, Erschliessung und offener Entscheidungen stand nun etwas auf dem Gelände, das man anfassen konnte. Noch war es kein fertiges Vereinsheim. Es waren Module, Container, Material und Arbeit. Aber der Anfang war gemacht.

Die Geschichte dieser Jahre lässt sich am besten über die einzelnen Schritte erzählen. Nicht über grosse Worte, sondern über das, was tatsächlich geschah: Grube ausheben, Schotter einbauen, entkernen, abdichten, Dach montieren, Fenster einsetzen, Möbel abschleifen, Hof pflastern, Küche ausbauen.

2014: Hundert Jahre KZV und ein neuer Anfang am Kobel

2014 feierte der Kleintierzuchtverein Bissingen sein 100-jähriges Bestehen. Einhundert Jahre nach der Gründung im Jahr 1914 konnte der Verein auf eine lange Geschichte zurückblicken: Gründung im Schatten des Ersten Weltkriegs, verlorene Unterlagen, Georg Decker, unruhige fünfziger Jahre, Karl Maier, Jungtierschau, Göckelesfest, Festzelt und die lange Suche nach einem eigenen Gelände.

Doch 2014 war nicht nur Rückblick. Es war auch Baustart in neuer Form. Die Container kamen von Gerhausen nach Bissingen. Eine Grube für das Schotterbett wurde ausgehoben, Schotter eingebaut. Damit bekam das künftige Vereinsheim seinen Platz.

Im selben Jahr wurde Deutschland Fussball-Weltmeister. Während viele Menschen über das Finale in Rio sprachen, über Mario Götze, die Verlängerung und den vierten Stern, hatte der KZV seine eigene Aufgabe vor Augen. In Bissingen ging es nicht um ein Stadion, sondern um Module, Gelände, Schotter und den Beginn eines Vereinsheims.

LeMO / Haus der Geschichte: Jahreschronik 2014

Diese Gleichzeitigkeit passt gut zur Vereinsgeschichte. Grosse Bilder stehen im Hintergrund. Vor Ort wird gearbeitet.

Von Gerhausen nach Bissingen

Der Transport der Container war mehr als eine technische Station. Er markierte den Moment, in dem aus dem langen Vorhaben ein sichtbares Objekt wurde. Was vorher in Anträgen, Gesprächen, Genehmigungen und Sitzungen bestanden hatte, stand nun auf dem Gelände.

Ein Vereinsheim in Modulbauweise ist kein klassischer Neubau mit Grundstein und Richtfest. Es kommt anders an: als vorhandene Substanz, die angepasst, verbessert und umgebaut werden muss. Genau darin lag die Aufgabe der nächsten Jahre.

Aus Modulen sollte ein Ort entstehen, der zum Verein passte. Nicht perfekt von Anfang an, nicht fertig geliefert, sondern Stück für Stück in Eigenarbeit und mit vielen einzelnen Entscheidungen.

2015: Entkernen und Abdichten

2015 waren die Container aufgestellt. Nun begann die eigentliche Arbeit am Inneren. Das künftige Vereinsheim wurde komplett entkernt, das Dach abgedichtet.

Entkernen ist ein nüchterner Begriff. Er bedeutet: herausnehmen, was nicht bleiben kann. Freilegen, prüfen, vorbereiten. Wer später einen fertigen Raum sieht, sieht diese Arbeit nicht mehr. Aber ohne sie entsteht nichts Neues.

Auch die Abdichtung des Dachs gehört zu diesen Arbeiten, die kaum jemand feiert, die aber entscheidend sind. Ein Vereinsheim muss nicht nur stehen. Es muss trocken sein, nutzbar, belastbar und dauerhaft.

So begann der Umbau nicht mit Einrichtung, Dekoration oder fertigen Räumen, sondern mit Grundlagen.

2016: Dach, Stützpfeiler und Verkleidung

2016 wurde das Trapezblechdach montiert. Fundamente für die Stützpfeiler im Eingangsbereich wurden betoniert, Holzplatten für die Dachverkleidung angebracht.

Damit bekam das Gebäude mehr Form. Das Dach schützte, der Eingangsbereich wurde vorbereitet, die äussere Gestalt entwickelte sich. Noch war vieles Baustelle, aber die Richtung wurde klarer.

Gerade solche Arbeiten erzählen gut, was ein Vereinsheim im Entstehen bedeutet. Es geht nicht um einen einzigen grossen Moment. Es geht um viele kleine Abschnitte, die aufeinander aufbauen. Erst muss das Dach stimmen. Dann der Eingang. Dann die Verkleidung. Dann der nächste Schritt.

Was langsam entsteht, bleibt oft länger im Bewusstsein derer, die daran gearbeitet haben.

2017: Parkplätze, Fenster, Heizung und Möbel aus Owen

2017 wurde das Umfeld des Vereinsheims weiter vorbereitet. Die Parkplätze wurden befestigt, Zaunpfosten auf der Südseite montiert, das Gelände vor dem Vereinsheim angefüllt und verdichtet.

Gegen Ende des Jahres wurde die Heizungsanlage installiert, neue Fenster wurden eingebaut. Damit rückte das Gebäude spürbar näher an eine spätere Nutzung. Ein Raum mit Fenstern und Heizung ist kein Container mehr. Er beginnt, ein Aufenthaltsort zu werden.

Im selben Jahr kaufte der Verein gebrauchte Möbel aus dem Gasthaus Adler in Owen. Auch dieses Detail ist erzählerisch wertvoll. Möbel aus einem Gasthaus fanden ihren Weg in ein neues Vereinsheim. Ein Stück Wirtshauskultur, das andernorts nicht mehr gebraucht wurde, bekam in Bissingen eine neue Aufgabe.

Das passt zu einem Verein, der seit Jahrzehnten mit Gasthäusern, Sälen, Festen und Bewirtung verbunden war. Nicht alles musste neu sein, um gut zu passen. Manches musste nur den richtigen Ort finden.

2018: Decke, Isolierung und Putz

2018 gingen die Arbeiten weiter. Deckenbalken wurden montiert, eine Holzdecke angebracht. Das Vereinsheim wurde aussen komplett isoliert und verputzt.

Damit veränderte sich der Charakter des Gebäudes erneut. Aus der Modulstruktur wurde stärker ein Haus. Die Räume gewannen Wärme, die Aussenhülle wurde geschlossen, die Oberfläche bekam ein fertigeres Gesicht.

2018 übernahm Uwe Müller das Amt des Kassiers. Die genaue Einordnung dieser Phase soll später noch mit Norbert Maier abgestimmt werden. Sicher ist: In den Jahren des Ausbaus spielte die Kassenführung eine wichtige Rolle. Rechnungen, Material, Zuschüsse, Eigenmittel und laufende Kosten mussten zusammenpassen.

Ein Vereinsheim entsteht nicht nur mit Werkzeug. Es entsteht auch mit Zahlen, Nachweisen und Entscheidungen darüber, was möglich ist und was warten muss.

2019: Hof, Sanitär, Möbel und Küche

2019 wurde der Hof gepflastert. Die Sanitärräume wurden saniert. Die Möbel wurden abgeschliffen, lackiert und neu gepolstert. Eckbänke wurden eingepasst, der Küchenausbau begann.

Diese Arbeiten führen nah an das spätere Leben im Vereinsheim heran. Ein gepflasterter Hof empfängt Besucher. Sanitärräume machen Veranstaltungen möglich. Möbel und Eckbänke schaffen Aufenthaltsqualität. Eine Küche verändert, wie bewirtet, vorbereitet und gefeiert werden kann.

Hier wurde aus einem Baukörper ein Ort für Menschen. Man kann sich nun eher vorstellen, wie Mitglieder zusammensitzen, wie Helfer vor einem Fest vorbereiten, wie Gäste bewirtet werden, wie Gespräche entstehen.

Im selben Jahr beantragte der Verein einen Landesverbandszuschuss für zwei Zuchthäuschen. Damit war bereits der nächste Schritt angelegt. Während das Vereinsheim seiner Fertigstellung entgegenging, rückte auch die eigentliche Zuchtanlage wieder stärker in den Blick.

15. Dezember 2019: Die Eröffnung

Am 15. Dezember 2019 wurde das Vereinsheim eröffnet. Nach vielen Jahren der Planung und mehreren Jahren des Umbaus hatte der KZV nun einen eigenen Mittelpunkt.

Ein Vereinsheim verändert einen Verein nicht durch seine Wände allein. Es verändert ihn durch die Möglichkeiten, die daraus entstehen. Sitzungen bekommen einen festen Ort. Vorbereitungen werden einfacher. Material, Küche, Räume, Bewirtung und Begegnung lassen sich anders organisieren. Der Verein muss nicht jedes Mal neu improvisieren.

2019 war auch für Bissingen ein besonderes Jahr. Die Gemeinde erinnerte an ihre erste urkundliche Erwähnung im Jahr 769 und damit an 1250 Jahre Ortsgeschichte. Der Teckbote berichtete über die neue Chronik von Kreisarchivar Manfred Waßner zum Jubiläum der Gemeinde.

Teckbote: Neues aus 1250 Jahren Geschichte

Während Bissingen auf eine weit ältere Geschichte blickte, erreichte der KZV seinen eigenen Meilenstein. Seit 1914 gehörte der Verein zum Ort. Nun hatte er am Kobel einen festen Platz.

Was diese Jahre erzählen

Die Jahre von 2014 bis 2019 erzählen vom praktischen Bauen. Aus einem günstigen Kauf wurde kein fertiges Vereinsheim über Nacht. Aus Modulen wurde ein Gebäude. Aus Containern wurden Räume. Aus gebrauchten Möbeln wurde Einrichtung. Aus Baustelle wurde Mittelpunkt.

Die Stationen sind konkret: Transport von Gerhausen nach Bissingen, Schotterbett, Entkernung, Dachabdichtung, Trapezblech, Stützpfeiler, Parkplätze, Fenster, Heizung, Möbel aus Owen, Deckenbalken, Holzdecke, Isolierung, Putz, Pflaster, Sanitär, Küche.

Gerade diese Konkretheit macht den Abschnitt stark. Man muss nicht viel erklären. Die Arbeiten erzählen selbst, was in diesen Jahren geschah.

2019 war das Vereinsheim eröffnet. Doch kaum war dieser Meilenstein erreicht, begann der nächste Abschnitt. 2020 brachte die Corona-Pandemie neue Regeln und Einschränkungen. Beim KZV entstand daraus ein neues Format: die Abholaktionen. Gleichzeitig begann mit den ersten Zuchthäuschen der nächste Bauabschnitt auf dem Gelände.

Als das Vereinsheim eröffnet war, begann am Kobel bereits der nächste Abschnitt.

Quellen und weiterführende Hinweise

Interne Grundlage:
Timeline von Norbert Maier zur Historie von Vereinsheim und Zuchtanlage, insbesondere die Angaben zum Kauf des Vereinsheims in Modulbauweise 2014, zum Transport der Container von Gerhausen nach Bissingen, zur Entkernung 2015, den Ausbauarbeiten 2016 bis 2019, dem Landesverbandszuschuss für zwei Zuchthäuschen und der Eröffnung des Vereinsheims am 15. Dezember 2019.

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