KZV Geschichte 2019-heute

KZV Geschichte 2019-heute Bissingen-Teck

Teil 9 der KZV Geschichte 2019-heute:

Vom Abholen zum Ankommen in der Gegenwart

2019 hatte der KZV sein Vereinsheim eröffnet. Nach Jahrzehnten ohne eigenen festen Mittelpunkt hatte der Verein nun einen Ort am Kobel, an dem sich Vereinsleben sammeln konnte: Sitzungen, Vorbereitungen, Bewirtung, Feste, Begegnung und die weitere Entwicklung der Zuchtanlage.

Doch kaum war dieser Meilenstein erreicht, veränderte sich die Welt. 2020 brachte die Corona-Pandemie Kontaktbeschränkungen, abgesagte Veranstaltungen und neue Regeln. Für viele Vereine bedeutete das Stillstand. Beim KZV wurde daraus etwas anderes: eine Herausforderung, aus der ein neues Format entstand.

Gleichzeitig begann 2020 ein weiterer Bauabschnitt auf dem Gelände. Nach der Genehmigung eines Landesverbandszuschusses startete im März der Bau der ersten zwei Zuchthäuschen. Geplant waren ausserdem zwei Teiche und die Bepflanzung der Grenzbereiche.

2020: Pandemie – und ein neues Format entsteht

Auf der Vereinsseite wird das Jahr 2020 als Start der Abholaktionen genannt. Die Pandemie erforderte neue Wege, und der KZV reagierte kreativ auf die Kontaktbeschränkungen.

KZV Bissingen-Teck e.V.: Der Verein und Zeitstrahl der Vereinsgeschichte

Die Idee war einfach und wirksam: Speisen vom Grill wurden vorbereitet, vorbestellt und zu festgelegten Zeiten abgeholt. Kein Festzelt, kein langes Sitzen, kein dichtes Gedränge – aber trotzdem Grillduft, Vereinsarbeit und ein Angebot, das in Bissingen und der Umgebung schnell angenommen wurde.

Der Teckbote berichtete im Februar 2021 über dieses neue Format. Der KZV biete abwechselnd einmal im Monat knusprige Hähnchen, Schweinshaxen, Schweinebauch oder Schwenkbraten vom Holzkohlengrill zum Abholen an. Bestellt wurde aufgrund der Corona-Richtlinien ausschliesslich im Voraus. Mit den Einnahmen finanzierte der Verein Arbeiten an den neuen Züchterhäuschen für seine Tiere.

Teckbote: Verein bietet einmal im Monat Knuspriges vom Grill an

Das war mehr als Verkauf. Menschen konnten den KZV unterstützen, ohne an einem Fest teilzunehmen. Sie holten ihr Essen ab, kamen zum Gelände, sahen Helfer bei der Arbeit und trugen dazu bei, dass die Entwicklung am Kobel weitergehen konnte.

Abholaktionen: kein Fest, aber ein voller Erfolg

Rückblickend zeigte sich: Die Abholaktionen verschwanden nicht, als die Einschränkungen endeten. Sie blieben. Gerade darin liegt ihre Bedeutung für die jüngere Vereinsgeschichte.

Der KZV hatte in den siebziger Jahren aus Jungtierschau und Sommerfest das Göckelesfest entwickelt. 2020 entstand erneut ein neues Format – diesmal nicht aus dem Wunsch nach einem grösseren Fest, sondern aus den Bedingungen einer Ausnahmesituation. Das Ergebnis passte dennoch zum Verein: Grilltradition, Organisation, lokale Nähe und ein Angebot, das Menschen gern annahmen.

Nur die Form hatte sich geändert. Statt Festbank und Zelt gab es Vorbestellung, Abholzeit und Essen für zuhause. Der Kern blieb vertraut: Der Verein bereitete etwas vor, Menschen kamen, und aus Arbeit wurde Begegnung – kürzer, geordneter und auf Abstand.

So wurde die Pandemie für den KZV nicht nur zur Einschränkung, sondern auch zum Auslöser einer neuen Möglichkeit. Die Abholaktionen zeigten, dass Vereinsarbeit auch dann sichtbar bleiben kann, wenn klassische Feste nicht möglich sind.

2020: Die ersten Züchterhäuschen werden gebaut

Parallel zu den Abholaktionen ging die Entwicklung des Geländes weiter. Im März 2020 begann nach Genehmigung des Landesverbandszuschusses der Bau der ersten zwei Zuchthäuschen.

Damit wurde ein weiterer Teil der ursprünglichen Idee konkret. Das Vereinsheim war eröffnet, nun rückte die eigentliche Zuchtanlage stärker in den Vordergrund. Die Zuchthäuschen sollten Raum schaffen für Tiere, Mitglieder und eine geordnete Nutzung des Geländes.

Geplant waren ausserdem zwei Teiche und die Bepflanzung der Grenzbereiche. Auch diese Details sind wichtig. Eine Zuchtanlage besteht nicht nur aus Gebäuden. Sie ist ein Gelände, das gegliedert, bepflanzt, gepflegt und in seine Umgebung eingebunden werden muss.

2021: Ein Ochsenfest kommt dazu

2021 folgte der nächste Schritt im Veranstaltungskalender. Die öffentliche Zeitachse nennt das erste Ochsenfest und beschreibt es als „Oktoberfest mit Ochsengrillen“. Es etablierte sich schnell im Jahreskalender des Vereins.

KZV Bissingen-Teck e.V.: Zeitstrahl der Vereinsgeschichte

Damit wurde die Festkultur des KZV breiter. Das Göckelesfest blieb ein Markenzeichen. Die Abholaktionen liefen weiter. Das Ochsenfest kam als neues Format hinzu. Für den Verein bedeutete das mehr Arbeit, aber auch mehr Öffentlichkeit.

Das Ochsenfest passte in die Entwicklung der Gegenwart. Es verband Bewirtung, Begegnung und Vereinsgelände. Es zeigte, dass das Vereinsheim und der Standort am Kobel nicht nur für interne Zwecke gedacht waren. Der Verein öffnete sich stärker für Gäste, Besucher und die Dorfgemeinschaft.

Der Teckbote und das Dorf für Kleintiere

Im August 2021 berichtete der Teckbote ausführlich über die entstehende Zuchtanlage. Der Verein baue Stück für Stück eine der grössten Zuchtanlagen des Landes. Norbert Maier und Schriftführer Martin Link hätten seit rund 25 Jahren die eigene Kleintierzuchtanlage samt Vereinsheim geplant.

Teckbote: Hier entsteht ein Dorf – für Kleintiere

Der Artikel beschreibt anschaulich, was auf dem Gelände entstehen sollte: mehrere Gebäude, oben Platz für Geflügel wie Hühner oder Tauben, unten Raum für Hasen und Kaninchen, dazu Volieren, ein Eidechsenbiotop und perspektivisch zwei Seen für Wasservögel. Norbert Maier verglich die Häuser lachend mit Ferienhäusern.

Hinter diesem freundlichen Bild steckt ein ernster Kern. Für Norbert Maier war die Anlage laut Teckbote ein Meilenstein der Vereinsgeschichte und zugleich überlebenswichtig für den KZV. Denn Kleintierzuchtvereine ohne eigene Anlage gebe es immer weniger. Vorschriften, Wohngebiete und geänderte Lebensverhältnisse machten private Zuchtmöglichkeiten schwieriger. Sein kurzer Satz „Hennen ja, Gockel nicht“ fasste diese Entwicklung anschaulich zusammen.

Damit wurde die Zuchtanlage zu mehr als einem Bauprojekt. Sie wurde zur Antwort auf eine Frage, die Kleintierzuchtvereine heute grundsätzlich betrifft: Wo kann Kleintierzucht noch stattfinden, wenn private Flächen fehlen, Wohngebiete dichter werden und Tierhaltung stärker reguliert ist?

Ein Gelände für Tiere, Mitglieder und Besucher

Der KZV hatte seit 1914 bestanden, aber laut Teckbote bis dahin nie eine eigene Zuchtanlage besessen. Jedes Mitglied hatte seine Tiere nach Möglichkeit in Eigenregie untergebracht. Das war über Jahrzehnte selbstverständlich. Doch was früher in Gärten, Ställen und Höfen möglich war, wurde mit der Zeit schwieriger.

Das Gelände am Kobel veränderte deshalb die Perspektive des Vereins. Es bot nicht nur Platz für Tiere. Es bot eine gemeinsame Struktur. Mitglieder konnten sich stärker am Vereinsgelände orientieren. Interessierte konnten sehen, was Kleintierzucht bedeutet. Kinder, Jugendliche, Besuchergruppen und Gäste konnten Tiere nicht nur auf einer Schau erleben, sondern an einem Ort, der dauerhaft mit dem Verein verbunden ist.

Der Teckbote berichtete zudem, dass sich vermehrt die Jugend für Kleintierzucht interessiere und es in Bissingen keine Nachwuchsprobleme gebe. Auch Kindergarten- und Schulgruppen sollten künftig zu Besuch kommen können, wenn alles fertig ist.

Damit bekam die Anlage eine zweite Bedeutung: Sie war nicht nur ein Ort für Zucht, sondern auch ein Lernort. Ein Ort, an dem junge Menschen Tiere sehen, Fragen stellen und erleben können, dass Kleintierzucht aus täglicher Versorgung, sauberer Haltung, Geduld und Wissen besteht.

2026: Ein voller Jahreskalender

Ein Blick in den Veranstaltungskalender 2026 zeigt, wie breit das Vereinsleben inzwischen geworden ist. Dort finden sich mehrere Abholaktionen mit Göckele vom Holzkohlengrill und Schweinshaxen, das Osternestle-Suchen mit Ponyreiten, das Ochsenfest im Mai, das Göckelesfest im Juni, der KZV-Hock im August und weitere Termine.

KZV Bissingen-Teck e.V.: Veranstaltungen & Aktuelles

Das ist ein weiter Weg von den frühen Jahrzehnten des Vereins. Aus Tischbewertungen wurden Lokalschauen. Aus Jungtierschauen wurden Sommerfeste. Aus dem Sommerfest wurde das Göckelesfest. Aus der Pandemie entstanden Abholaktionen. Aus dem Vereinsheim und dem Gelände am Kobel wurde ein Ort, an dem heute verschiedene Formen von Vereinsleben zusammenkommen.

Auch neue Kooperationen zeigen, dass der KZV seine Veranstaltungen weiterentwickelt. 2026 verweist die Vereinsseite unter anderem auf die Zusammenarbeit mit Ponyexpress – Pferdefreunde Filder e.V., durch die Ponyreiten als neue Attraktion bei Festen möglich wird.

Der Verein bleibt damit nicht bei dem stehen, was früher funktioniert hat. Er nimmt neue Angebote auf, öffnet sich für Familien und Kinder und verbindet Kleintierzucht, Festkultur und Dorfgemeinschaft auf zeitgemässe Weise.

Was Kleintierzucht heute bedeutet

Der letzte Teil dieser Serie führt zurück zu einer Frage, die schon in der Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum anklingt: Was bedeutet Kleintierzucht heute?

1914 ging es stark um Nutzen, Erfahrung und die Verbesserung von Geflügelrassen für die Hofhaltung. In den Jahrzehnten danach kamen Ausstellungen, Bewertungen, Farbenschläge, Formen, Zuchtziele und der friedliche Wettbewerb stärker hinzu. Heute stehen weitere Fragen im Raum: Tierwohl, Platz, Vorschriften, Nachwuchs, Öffentlichkeit und die Fähigkeit, Menschen zu erklären, warum dieses Hobby weiterhin Bedeutung hat.

Die Zuchtanlage am Kobel ist darauf eine sehr praktische Antwort. Sie zeigt Tiere nicht nur als Erinnerung an früher, sondern als Teil einer lebendigen Gegenwart. Sie schafft Raum für Haltung und Zucht. Sie macht den Verein sichtbar. Und sie kann Menschen erreichen, die vielleicht nicht mit Kleintieren aufgewachsen sind.

Für ein jüngeres Publikum ist das wichtig. Wer heute ein Kind fragt, wo Eier herkommen, wie Kaninchen gehalten werden oder warum ein Hahn kräht, kann nicht mehr voraussetzen, dass solche Erfahrungen selbstverständlich vorhanden sind. Vereine wie der KZV können hier etwas leisten, das über die eigene Mitgliedschaft hinausgeht: Sie können Wissen bewahren und erfahrbar machen.

Ein offenes Ende

Mit diesem Teil endet die Blogserie vorläufig in der Gegenwart. Von 1914 bis heute spannt sich ein weiter Bogen: vom Gründungsjahr im Schatten des Ersten Weltkriegs über Georg Decker, die unruhigen fünfziger Jahre, Karl Maier, Jungtierschau, Göckelesfest, Festzelt, Vereinsheim, Norbert Maier, Zuchtanlage, Abholaktionen und Ochsenfest bis zum heutigen Vereinsleben am Kobel.

Diese Geschichte ist nicht abgeschlossen. Sie wird weitergeschrieben – bei jeder Abholaktion, bei jedem Fest, in jeder Sitzung, bei jedem Arbeitseinsatz, in jedem Zuchthaus und bei jedem Menschen, der den Weg zum KZV findet.

Der Verein hat sich immer wieder verändert, ohne seinen Kern zu verlieren. Er hat aus schwierigen Jahren gelernt, aus neuen Möglichkeiten etwas gemacht und aus praktischer Arbeit Tradition entstehen lassen.

1914 begann die Geschichte mit wenigen Spuren. Heute steht am Kobel ein Vereinsgelände, das zeigt, wie viel aus diesen Spuren geworden ist.

Und die nächsten Kapitel sind noch nicht geschrieben.

Quellen und weiterführende Hinweise

Interne Grundlage:
Timeline von Norbert Maier zur Historie von Vereinsheim und Zuchtanlage, insbesondere die Angaben zum Baubeginn der ersten zwei Zuchthäuschen im März 2020, zum Landesverbandszuschuss, zu den geplanten Teichen und zur Bepflanzung der Grenzbereiche. Ergänzend: öffentliche Vereinszeitachse mit den Angaben zu den Abholaktionen seit 2020 und zum ersten Ochsenfest 2021.

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